Dienstag, 16. Februar 2016

Schwangerschaft: Die Schattenseiten - Teil 1

Mittlerweile bin ich in der 35. Schwangerschaftswoche - mich trennen demnach nur noch wenige Wochen von der Geburt. Und das ist auch gut so, denn meine Belastungsgrenze ist definitiv erreicht!

Das mögen vielleicht harte Worte sein und viele werden sich jetzt denken: "Du bist doch NUR schwanger und nicht krank! Stell dich nicht so an!"
Bis vor dieser Schwangerschaft habe ich ebenfalls so gedacht. In meiner ersten Schwangerschaft hatte ich zwar einen starken Nierenstau, aber es war auszuhalten und ich habe wirklich nicht gejammert.

Doch dieses Mal ist es so, dass ich beinahe jede Schwangerschafts-Problematik mitnehme, die es nur so gibt (Ja, das ist jetzt tatsächlich etwas übertrieben!). Wobei, ich kann mich wohl glücklich schätzen, dass ich zu den wenigen Frauen gehöre, die noch nie die typische morgendliche Übelkeit hatten. Das war es dann aber auch schon.

Beginnen wir diesen Beitrag mit dem folgenden Thema: Schwangerschaftsdiabetes!

Ehrlich gesagt habe ich mir nie über dieses Thema Gedanken gemacht, bis etwa zur 17. Schwangerschaftswoche. Zu dem Zeitpunkt stellte meine Frauenärztin fest, dass meine Gewichtszunahme (trotz gesunder Ernährung) sehr stark war und ich auch Zucker im Urin hatte.
Daraufhin überwies sie mich an einen Diabetologen, wo ich einen Zuckertest machen sollte.

Der Zuckertest läuft so ab, dass man ab dem vorherigen Tag ab etwa 22 Uhr nichts mehr essen und trinken darf. Dann kommt man morgens nüchtern in die Praxis und es wird Blut abgenommen. Dies ist dann der Nüchternwert.
Anschließend trinkt man eine Zuckerlösung. Nach einer Stunde wird noch einmal Blut abgenommen und ebenfalls nochmal nach einer weiteren Stunde.
Die drei gewonnenen Blutwerte sagen dann aus, wie gut der Körper dieses Zucker eben abbaut und ob eine Schwangerschaftsdiabetes vorliegt.

Mein Ergebnis bei dem Test war jedoch überraschenderweise absolut unauffällig! Kein einziger Wert lag über dem Grenzbereich, nicht einmal annährend. Merkwürdig, aber ich hatte mich gefreut.

Doch die Geschichte ist an dem Punkt leider nicht zuende, sondern geht weiter!
Denn mittlerweile ist es Routine, dass bei jeder Schwangeren zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche ein sogenannter "kleiner Zuckertest" durchgeführt wird. Kleiner Zuckertest deshalb, weil man zum einen nicht nüchtern dafür sein muss und es wird lediglich ein Blutwert ermittelt. Nämlich nur der Wert nach einer Stunde, ab dem Zeitpunkt wo man die Zuckerlösung getrunken hat.

Bei mir wurde dieser Test in der 28. Schwangerschaftswoche gemacht, kurz vor den Weihnachts-Feiertagen. Da der Test davor jedoch schon gut ausgefallen war, habe ich mir in dem Fall keinerlei Sorgen gemacht. Umso überraschter war ich, als ich am 28. Dezember einen Anruf von meiner Frauenärztin erhielt. Mein Blutwert lag bei 156 - Grenzwert wäre 135 gewesen. Ups!

Also hieß es für mich erneut einen Termin beim Diabetologen machen und wieder den großen Zuckertest über mich ergehen lassen. Manno! *schnief*

Es überrascht an dieser Stelle natürlich nicht, dass der anschließende Test katastrophale Werte zum Vorschein brachte. Mein Nüchternwert alleine betrug bereits 152 (Grenzwert zwischen 90 und 95). Nach einer Stunde war der Wert dann bereits über 200 (Grenzwert unter 180). Den dritten Wert kenne ich nicht, aber der war ohnehin bereits hinfällig.

Mit einer Ernährungsumstellung alleine ist da leider nichts zu machen. Denn wenn er Nüchternwert bereits so schlecht ist, muss man zwangsläufig Insulin spritzen.
Und so bekam ich ein schönes Starter-Set mit allem, was dazu gehört:


Links befindet sich mein Blutzucker-Testgerät. Dieser ist dafür da, dass ich meinen Zuckerwert jederzeit selbst kontrollieren kann - und auch muss! Mindestens 4x am Tag muss ich meinen Wert messen und aufschreiben: 1x morgens beim Aufwachen und jeweils nach den Hauptmahlzeiten (Frühstück, Mittagessen & Abendessen).

Der weiße "Stift" neben dem Messgerät ist mein Piekser. Dort muss ich eine feine Nadel aufstecken und mir damit vor jeder Messung in den Finger stechen. Anschließend kommt ein Blutstropfen auf den Messstreifen, welcher wiederum oben in das Messgerät gesteckt wird. Und so ermittelt das Gerät meinen Blutzucker-Wert.

Der blaue "Stift" ist meine Insulinspritze. Den benötige ich nur abends vor dem Schlafengehen. Ich muss derzeit nur Insulin spritzen, damit mein Nüchternwert morgens einigermaßen in Ordnung ist. Das klappt eher recht als schlecht.

Angefangen habe ich mit 8 Insulin-Einheiten im Januar. Mittlerweile bin ich bei einer Dosis von 30 Insulin-Einheiten und trotzdem kommt es manchmal noch vor, dass mein Nüchternwert zu hoch ist. Meistens wenn ich wirklich wenig geschlafen habe - denn Stress beeinflusst den Wert enorm!

Mit der Ernährung klappt es auch nicht richtig. Ich ernähre mich zwar gesund und verzichte auf Zucker, aber dennoch vertrage ich immer weniger Lebensmittel. Vor einigen Wochen konnte ich z.B. problemlos Naturjoghurt mit Apfel essen, mittlerweile lässt dies meinen Blutzucker aber extrem stark ansteigen. So fallen eben nach und nach immer mehr Lebensmittel von meinem Speiseplan, was extrem frustrierend ist.

Zum Frühstück gibt es bei mir dafür tagtäglich das selbe. Eiweißbrötchen mit Käse. Anfangs hat es noch geschmeckt, mittlerweile sehne ich mich auch mal nach einer Scheibe Toast.

In zwei Tagen habe ich endlich wieder einen Termin bei meinem Diabetologen. Dann werde ich den Verlauf meines Diabetes genauer mit ihm besprechen. Ehrlich gesagt hoffe ich, dass ich ab dann auch zu den Mahlzeiten Insulin spritzen darf. Ja - darf! Denn wenn man zu den Mahlzeiten spritzt, hat man deutlich mehr Auswahl an Lebensmitteln, die man essen kann. Ich bin mittlerweile so gefrustet, dass ich das gerne in Kauf nehme.

3 Kommentare:

  1. Oh erstmal alles Gute und ich drücke dir die Daumen!!!! Aber geht die Diabetes weg mit der Geburt oder bleibt die dann?
    LG und einen schönen Abend wünsche ich dir!

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  2. Du Arme :( Ich hoffe, dass sich deine Situation schnell wieder bessert. Ich habe zwar "nur" eine hochgradige Fructoseintoleranz, weiß aber wie es ist, wenn man auf vieles verzichten muss. Liebe Grüße

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  3. Hey!
    Ich drücke dir die Daumen, dass Dein Schwangerschaftsdia wieder verschwindet. Dafür stehen die Chancen auch meist ganz gut.
    Ich kenne das Alles sehr gut. Bin Typ 1 Diabetikerin, leider ist das Alles für mich Alltag und bisher muss ich davon ausgehen, dass ich den Diabetes nie wieder loswerde!

    Das Wichtigste ist ein guter Diabetologe! Was das Essen angeht: Vollkornprodukte und Soja- Joghurt machen sich, zumindest bei mir, recht gut. Vielleicht ist es auch was für dich! ��

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